Seiten-neu

Grundlagen der Typografie

Seit Beginn des Schreibenlernens in der Grundschule halten wir uns an das typografische Liniensystem. Die Schreiblinien der Grundschulhefte helfen beim Verständnis für Mittellänge sowie Ober- und Unterlänge für die einzelnen Buchstaben.

Grundlagen der Typografie

Grundschülern wird dieses Verständnis bildlich mit einem Häuschen (Mittellänge) mit Dach (Oberlänge) und Keller (Unterlänge) vermittelt, was für das Schreibenlernen eine grundlegende Basis darstellt.



Schriftart

Serifen sind feine Linien am Ende eines Buchstabenstrichs quer zu seiner Grundrichtung

Die grundlegende Entscheidung bei der Wahl der passenden Schriftart für eine Arbeit ist immer zuerst die Frage nach einer Schriftart mit Serifen oder einer serifenlosen Schrift.
– Als Serife bezeichnet man die feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung, abschließen.
Tropfen sind die bei Schriften mit Serifen abschließenden, runden Verdickungen etwa beim a, g, c, j oder e.
Punzen sind nichtgedruckte Innenflächen. Geschlossene Punzen gibt es bei a, b, d, e, g, o, p, q; offene z. B. bei h, m, n oder u.
– Eine Ligatur ist eine Verbindung von mehreren Buchstaben zu einer Einheit.

Arial ist eine serifenlose Schrift

Sofern die Hochschule keine Schriftart fest vorschreibt, kann diese ganz nach persönlichem Geschmack ausgewählt werden. Dabei sollte aber folgende Faustregel im Hinterkopf behalten werden:

Es hat sich bewährt, dass eine Schriftart mit Serifen in gedruckter Form angenehmer zu lesen ist. Auf dem Bildschirm hingegen ist eher eine serifenlose Schrift zu empfehlen. Wird für den Fließtext eine Serifenschrift gewählt, kann als Kontrast für Überschriften eine serifenlose Schrift genutzt werden. Mehr als zwei Schriftarten sollte das Dokument nicht aufweisen!

Versalziffern und Mediävalziffern werden auch Majuskel- und Minuskelziffern genannt

Jede Schriftart bringt ihren eigenen Satz an Ziffern 0 – 9 mit. Die Ziffern werden in Versalziffern und Mediävalziffern (bzw. Majuskel- und Minuskelziffern) unterschieden.
Versalziffern sind ihrem Namen entsprechend gleich hoch wie die Großbuchstaben einer Schriftart. Mediävalziffern haben wie Kleinbuchstaben Ober- und Unterlängen. Im Fließtext fügen sich Mediävalziffern harmonisch ein, während Versalziffern insbesondere aufgrund ihrer einheitlichen Breite für Tabellen oder Diagramme besser geeignet sind. Heute ist aber auch der Gebrauch von Versalziffern im Fließtext üblich.

kommentieren ()

Schriftgröße

Schriftgrößen werden in der digitalen Textverarbeitung üblicherweise in Punkt (pt) angegeben. Ein Punkt entspricht einer Höhe von umgerechnet 0,352 mm. Am Bildschirm, zum Beispiel für die Webtypografie, werden Schriftgrößen in Pixel (px) angegeben.

Eingeteilt werden Schriftgrößen in vier Gruppen. Für den Lesetext sowie für verschiedene Ebenen der Überschriften sollte je eine Schriftgröße festgelegt werden – aber insgesamt nicht zu viele!
Schaugröße (19 – 48 pt) für Titel und Kapitelüberschriften
Auszeichnungsgröße (13 – 18 pt) für Abschnittsüberschriften
Lesegröße (8 – 12 pt) für den Lesetext und Fußnoten
Konsultationsgröße (6 – 7 pt) für „Kleingedrucktes“, Ratschläge, Gebrauchsanweisungen

Der Schriftgrad einer Schriftart ist immer etwas größer als die reine Summe aus Ober-, Mittel- und Unterlänge der Buchstaben. Das liegt am Ursprung im Bleisatz-Druckverfahren. Daher sagt der Schriftgrad nicht viel über den subjektiven, optischen Eindruck einer Schriftgröße aus. Als Beispiel drei Schriftarten in jeweils 20 pt:

Hier wird deutlich, dass es trotz gleichen Schriftgrades starke Abweichungen gibt – am besten an den Mittellängen der Kleinbuchstaben zu erkennen. Deshalb werden in Gestaltungsvorgaben serifenlose Schriftarten wie Arial oft von vornherein mit einem kleineren Schriftgrad als Times New Roman angeben.

Je wichtiger die Arbeit, desto mehr Aufwand sollte in die Wahl einer passenden Schriftart gesteckt werden. Um einen aussagekräftigen Eindruck einer Schriftgröße zu bekommen, lohnt es sich, jede zur Wahl stehende Schriftart mit einer Seite Fließtext auszudrucken und auf dem Papier miteinander zu vergleichen.
Der Schriftgrad kann auch mit Dezimalstellen (z. B. 11,5 pt) angegeben werden!

kommentieren ()

Zeilenabstand

In der Abenddämmerung des zweiten Tages wurde eine große Glocke geschlagen. Sie klang tief und tönte voll, und das lange, langsame Geläut erfüllte Sansa mit Furcht.

Der Zeilenabstand ist fast selbsterklärend der Abstand zwischen zwei direkt untereinander stehenden Textzeilen – und zwar von Grundlinie zu Grundlinie. Der Zeilenabstand darf für das Erscheinungsbild und den subjektiven Gesamteindruck des Textes weder zu gering noch zu hoch sein.

Als die Lettern des Bleisatzes die Zeilenhöhe bestimmt haben, wurde ein Durchschuss zwischen den Zeilen eingefügt. Üblich ist ein Durchschuss von etwa 20 % des Schriftkegels – bei der Schriftgröße 10 pt ergibt das einen Zeilenabstand von 12 pt.

Die optimale Einstellung für den Zeilenabstand hängt von vielen Faktoren ab und ist in jedem Dokument mit unterschiedlichem Schriftdesign anders. Zeilenlänge, Schriftgröße und Kleinbuchstabenhöhe (Mittellänge) der Schriftart beeinflussen den optischen Gesamteindruck zur Bestimmung des Zeilenabstands.

kommentieren ()

Schriftsatz

Der Schriftsatz ist die mehrzeilige Ausrichtung des Textes auf einer Seite. Die Standardeinstellung ist meist der linksbündige Flattersatz. Für viele Vorhaben gut geeignet ergibt der linksbündig ausgerichtete Text jedoch bei längeren Arbeiten den unschönen Flatterrand. Daher sollte bei professionellen und seriösen Arbeiten der Blocksatz gewählt werden.

Eine gute Silbentrennung ist das A und O eines qualitativ hochwertigen Blocksatzes. Insbesondere bei längeren Wörtern am Zeilenende, die ohne Silbentrennung in die nächste Zeile rutschen würden, entstehen sonst sehr unschöne Lücken in der Zeile!

In der Webtypografie – wie auch auf dieser Internetseite berücksichtigt – werden Texte aus technischen Gründen ausschließlich linksbündig ausgerichtet. Da unsere Internet-Browser leider (noch) keine ausreichende Silbentrennung beherrschen, würde ein Blocksatz zu große Lücken verursachen.


Zentrierter Schriftsatz wird auch Axialsatz genannt, da er an der Mittelachse der Textspalte spiegelbildlich ausgerichtet wird. Für kurze Texte oder Gedichte ist der Axialsatz gut geeignet – für unser Vorhaben eines mehrseitigen Textes jedoch nicht. Die rechtsbündige Ausrichtung von Mengentexten ist bei Sprachen, die von links nach rechts gelesen werden, mit Ausnahme gestalterischer Einsätze eher ungeeignet.
Der Formsatz oder Kontursatz ist die Ausrichtung des Textes an einer Form und ausschließlich für kreative Zwecke geeignet.

kommentieren ()