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Zitation

Die ganze Bandbreite literarischer Werke und Publikationen steht uns beim wissenschaftlichen Arbeiten zur Verfügung. Wir können also auch fremde Gedanken und Äußerungen in unsere Arbeiten aufnehmen, wenn wir sie denn als solche kenntlich machen!

Bei der Zitation ist es immer wichtig, konsequent und einheitlich zu arbeiten. Ob ein abschließender Punkt am Ende einer Quellenangabe gesetzt wird oder nicht; ob vgl. oder ebd. zu Beginn einer Fußnote klein- oder großgeschrieben werden – wichtig ist, dass der Autor seine Entscheidung bei allen Quellenangaben konsequent beibehält.


Direktes Zitieren

Bis zur Unendlichkeit, und noch viel weiter!Korrekturstift als Buzz Lightyear

Direktes Zitieren ist das exakte, wörtliche Übernehmen von Text eines Dritten in die eigene Arbeit. Es kann aber auch das gesprochene Wort – zum Beispiel aus einem Interview, einer Reportage oder einem Radiobeitrag – als Niederschrift zitiert werden.

Direkte Zitate werden immer in „Anführungszeichen“ oder »Guillemets« gesetzt.

Witzischkeit [sic] kennt keine Grenzen

Und sie sind buchstaben- und zeichengenau! Somit muss auch falsche Zeichensetzung und Rechtschreibung übernommen werden. Fehler werden mit [sic!] oder [sic] gekennzeichnet, was vom Lateinischen übersetzt so im Sinne von wirklich so bedeutet. Die alte Rechtschreibung zählt hier übrigens nicht als Fehler und muss somit auch nicht als Fehler kenntlich gemacht werden.

Puterrot vor Wut holte der König aus und traf sie mit einem bösen Rückhandschlag am Kopf. Sie taumelte gegen den Tisch und stürzte hart, doch Cersei Lannister schrie nicht auf.

Einzelne Stellen oder Nebensätze können ausgelassen werden, wenn das Auslassen nicht sinnentstellend ist. Ausgelassene Stellen mitten in einem Zitat werden mit […] gekennzeichnet. Eigene Ergänzungen werden ebenfalls in eckige Klammern gesetzt, z. B. grammatikalische Verbindungswörter. Inhaltliche Ergänzungen werden mit [Ergänzung, Anm. d. Verf.] gekennzeichnet.

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Indirektes Zitieren (Paraphrasieren)

Beispiel für indirektes Zitat mit Luke Skywalker und Darth Vader

Werden Inhalte, Ausführungen oder Gedanken Dritter nur sinngemäß im eigenen Wortlaut oder mit eigener Umschreibung wiedergegeben, verzichtet man auf Anführungszeichen. Wörtliche Rede wird dann im Konjunktiv wiedergegeben. Aus „[Obi-Wan] hat mir gesagt, dass Sie ihn umgebracht haben!“ – „Nein... Ich bin dein Vater!“ wird somit das nebenstehende Beispiel. Das mag bei einem Filmzitat merkwürdig aussehen, ist bei wissenschaftlichen Quellen aber umso nützlicher.

Die Fundstelle muss selbstverständlich auch beim Paraphrasieren angegeben werden!

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Quellenangabe als Vollbeleg (in Fußnoten)

Beispiel für eine Quellenangabe in Fußnoten

Im Deutschen hat sich die Quellenangabe als Fußnote durchgesetzt. Word nummeriert die Fußnoten des Dokuments automatisch und beherrscht dies auch beim Ausschneiden und Einfügen an anderer Stelle einwandfrei. Wie im nebenstehenden Beispiel ist in der Fußnote die gesamte Quellenangabe einzutragen – korrekt und so konkret wie möglich. Dieser Grundsatz ist dafür stets zu befolgen:

Nachname, Vorname: Titel in kursiver Schrift. Auflage, Verlag, Ort, Jahr, Seite.

Dieser Grundsatz ist schon die halbe Miete einer korrekten Zitierweise und bei allen selbstständigen Quellen und Sammelbänden konstant beizubehalten.

Ein paar Basics für Fußnoten
Beispiel für Fußnoten vergleiche, ebenda, fortfolgende

Am Anfang der Fußnote steht „vgl.“ (vergleiche), wenn die zitierte Stelle nur sinngemäß übernommen oder eine These aufgegriffen oder benannt wurde. Wird eine Quelle mehrmals aufeinanderfolgend zitiert, genügt es, für eine Wiederholung lediglich „ebenda“ oder kurz „ebd.“ anzugeben. Gegebenenfalls muss aber eine Seitenangabe folgen, wenn die Fundstelle innerhalb desselben Werkes auf einer anderen Seite steht: ebd., S. 123.

Erstreckt sich die Fundstelle auch über die Folgeseite der Quelle, wird „f.“ (folgende) hinter der Seitenangabe ergänzt – „ff.“ für mehrere, fortfolgende Seiten. Eine Angabe von-bis ist in Deutschland nicht üblich.
Hat eine Quelle keinen Verfasser, wird die Autorenangabe als „o. V.“ (ohne Verfasser) angegeben.

Besonderheiten und ergänzende Regelungen:
Beispiel für die Quellenangabe mehrerer Autoren in Fußnoten
Mehrere Autoren

Ist das Werk von mehr als einem Autor verfasst, werden weitere Autoren durch ein Komma (,) getrennt aufgelistet. Vor dem letzten Autor wird anstelle des Kommas ein Et-Zeichen (&) gesetzt. Die Vornamen werden als Initialen abgekürzt angegeben. Bis zu sechs Autoren können so angegeben werden. Weitere werden mit „et al.“ (und andere) angedeutet.

Beispiel für die Quellenangabe einer juristischen Person in Fußnoten
Juristische Person

Anstelle einer natürlichen Person mit Nach- und Vorname kann auch eine juristische Person als Herausgeber genannt werden.

Beispiel für das Zitieren von Zeitungsartikeln in Fußnoten
Zeitungsartikel

Nicht der Titel des Artikels sondern Zeitungstitel wird kursiv gesetzt und steht hinter dem Zusatz „In:“. Es folgt „vom“ und das Erscheinungsdatum sowie (sofern vorhanden) Ausgabennummer und Seite.

Beispiel für das Zitieren von Zeitschriftenaufsätzen in Fußnoten
Zeitschriftenaufsatz

Ergänzend zur Vorgehensweise bei Zeitungsartikeln wird zusätzlich die Ausgabennummer in Klammern hinter die Angabe über Jahrgangsnummer/Band gesetzt.

Beispiel für das Zitieren von Hochschulschriften wie Dissertationen in Fußnoten
Hochschulschriften

Habilitationen, Dissertationen, Working Paper und Studienberichte werden mit Benennung der Art der Arbeit und Institution, an der sie eingereicht wurden, genannt.

Beispiel für das Zitieren von Internetquellen in Fußnoten
Internetquellen

Zitierfähige Internetquellen werden analog zu den anderen Regeln belegt. Hinter „URL:“ ist die vollständige, abrufbare Adresse anzugeben sowie abschließend eingeklammert der Zeitpunkt des Abrufs (Abruf am ). Achtung: Internetquellen sind flüchtig und können jederzeit offline gehen oder verändert werden. Es empfiehlt sich, eine Sicherung der Internetseite (z. B. als PDF-Datei) vorzunehmen.

Vorsicht vor nicht zitierfähigen Internetquellen! Wie jeder Lehrer täglich aufgeregt predigt sind Wikipedia und Co. keine wissenschaftlichen Quellen. Wir sollten uns bei der Literaturauswahl ausschließlich seriöser Quellen bedienen.

Beispiel für das Zitieren von Sekundärquellen in Fußnoten
Sekundärquellen

Sach- und Fachbücher haben i. d. R. ein Literaturverzeichnis. Falls wir die dort bereits zitierte Literatur auch selbst zitieren möchten, müssten wir diese irgendwo auftreiben. Wenn das aber trotz Anstrengungen misslingt, kann in Einzelfällen der betroffene Inhalt (aus der Primärquelle) direkt aus dem Sachbuch (Sekundärquelle) zitiert werden. Zitiert wird in diesen Fällen zuerst die Primärquelle – erst danach die Sekundärquellen.

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Quellenangabe als Kurzbeleg (im Fließtext)

Beispiel für eine Quellenangabe als Kurzbeleg im Fließtext Tyrion Lannister

In Fußnoten wird die vollständige Quellenangabe erfasst – der sog. Vollbeleg. Möchten wir jedoch die Quelle ohne Fußnote direkt im Fließtext angeben, greifen wir auf den Kurzbeleg bzw. Quellenverweis zurück. Hierfür werden nur Nachname des Autors, Jahreszahl und Seitenzahl in Klammern hinter der wiedergegebenen Textpassage angegeben: (Nachname, Jahr, Seite).

Diese Möglichkeit des Zitierens ist für direkte und indirekte Zitate (mit dem Zusatz „vgl.“) problemlos möglich. Der Leser kommt schließlich über das Literaturverzeichnis an die vollständige Quellenangabe (Vollbeleg). Fraglich ist jedoch, ob in wissenschaftlichen Texten mit vielen Quellenangaben der Lesefluss leidet, wenn die Quellen direkt im Fließtext angegeben werden.

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weitere Hinweise zum Zitieren

Beispiel für das mehrmalige Zitieren derselben Quelle
Dieselbe Quelle mehrmals zitieren

Wird ein und dieselbe Quelle im Verlauf der Arbeit mehrmals zitiert, kann man diese ab dem zweiten Vorkommen stark abkürzen. Hierzu muss die Quelle beim ersten Vorkommen in der Fußnote einmalig vollständig angegeben werden. Zusätzlich wird der Hinweis (künftig zitiert: Nachname, Jahr) in Klammern ergänzt. Bei den abgekürzten Angaben wird dann jeweils nur noch die Seitenzahl ergänzt.

Längere wörtliche Zitate

Ein Zitat, das im Standard-Format des Haupttexts mehr als vier Zeilen einnimmt, wird zur Abgrenzung anders formatiert. Es empfiehlt sich, eine neue Formatvorlage mit zusätzlichen Einzügen links und rechts sowie mit einer kleineren Schriftgröße und einem niedrigerem Zeilenabstand einzurichten. Ein Beispiel dafür wären folgende Einstellungen:
– Einzug links und rechts: jeweils 1,5 cm
– Schriftgröße: 1 pt kleiner als Haupttext
– Zeilenabstand: 1,15

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Literaturverzeichnis

Aufgelistet werden im Literaturverzeichnis alle genutzten Quellen als Vollbelege in alphabetischer Reihenfolge nach Autorenname. Dabei kann das Literatur- oder Quellenverzeichnis in Untergruppen aufgeteilt werden – zum Beispiel gruppiert nach Literatur, Rechtsquellen wie Rechtsurteile, Medienbeiträge wie TV-Interviews und Internetquellen.

Generell werden nur die Quellen angegeben, die im Text auch zitiert oder paraphrasiert werden. Es ist dringend davon abzuraten, das Literaturverzeichnis schlauer aussehen lassen zu wollen, indem man dort weitere Werke auflistet, die man nie gelesen oder zitiert hat.

Autoren werden hier mit vollständig ausgeschriebenem Namen angegeben, was insbesondere bei Werken mit mehreren Autoren relevant ist. Quellen ohne Verfasser werden nach Titel geordnet und am besten in einer eigenen Kategorie aufgelistet.

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